Eine botanische Reise über fünf Kontinente
Der Jardin zoologique tropical ist weit mehr als seine Tiere. Seit vielen Jahren entwickelt der Park auch einen echten botanischen Liebhabergarten, gestaltet mit Geduld, Neugier und hohem Anspruch. Hier sind die Pflanzungen nie bloße Dekoration. Jeder Bereich des Gartens erzählt von einer Stimmung, einem Klima, einer geografischen Herkunft oder einer besonderen Leidenschaft für bestimmte Pflanzenfamilien.
Die Besucher entdecken einen Park, in dem sich der Spaziergang mit den Jahreszeiten verändert, in dem Laub, Silhouetten und Blüten sich ständig erneuern und in dem manche Sammlungen Botanikliebhaber ebenso überraschen wie Familien, die einfach einen schönen Tag verbringen möchten.
Diese Qualität wurde durch die kürzliche Erneuerung des Labels „Jardin remarquable“ bestätigt, einer offiziellen Auszeichnung des französischen Kulturministeriums für Gärten von echtem landschaftlichem, botanischem und kulturellem Wert. Für uns ist dieses Label vor allem die Anerkennung einer langjährigen Arbeit vor Ort, mit Sorgfalt und Leidenschaft.
Ein über die Zeit gewachsener Garten
Ein Garten mit Charakter entsteht nicht in einer Saison. Er wächst langsam, durch Pflanzungen, Versuche, Erfolge und manchmal auch Neuanfänge – immer mit einer Gesamtvision.
Im Jardin zoologique tropical haben mehrere große Bereiche heute eine schöne Reife erreicht:
- Der Bambushain, vor mehr als zwanzig Jahren angelegt, ist heute einer der beliebtesten Orte des Parks.
- Der mexikanische Bereich, vor mehr als fünfzehn Jahren entstanden, vereint architektonische Pflanzen, die an trockene Klimazonen angepasst sind.
- Der Palmenhain, ab 2008 mit der Ankunft der Lemuren angelegt, bietet heute eine strukturierte und elegante Kulisse.
Diese Bereiche entwickeln sich weiter. Der Garten bleibt lebendig und wird regelmäßig durch neue Pflanzungen, neue Kombinationen und neue botanische Versuche bereichert.
Ein gut eingewachsener Palmenhain
Palmen spielen eine wesentliche Rolle für die Atmosphäre des Parks. Sie verleihen dem Spaziergang sofort eine exotische Note und gliedern die Blickachsen.
Im Palmenhain wachsen unter anderem:
- Washingtonia
- Jubaea chilensis
- Trachycarpus
- Butia
- Yatay (Butia yatay)
Diese inzwischen gut eingewachsenen Exemplare bringen Höhe, Vertikalität und landschaftliche Präsenz. Manche beeindrucken durch ihren Stamm, andere durch ihre üppigen Wedel oder ihre elegante Silhouette.
In einem mediterranen Garten wecken Palmen sofort Reiselust. Sie zeigen, wie gut das Klima der Küste des Var Pflanzen aus fernen Regionen gedeihen lässt.
Der Bambushain: Frische, Bewegung und Fernweh
Kaum ein Bereich beeindruckt die Besucher so sehr wie der Bambushain. Nach mehr als zwanzig Jahren hat er die Dichte und Höhe erreicht, die ausgewachsenen Bambus so besonders machen.
Hier wachsen unter anderem:
- Phyllostachys viridis
- Phyllostachys humilis
- Phyllostachys prominens
- Bambusa textilis
- Bashania fargesii
Sobald man diesen Bereich betritt, verändert sich die Stimmung. Das Licht wird weicher, der Wind bewegt Halme und Blätter, die Geräusche klingen anders. Der Ort lädt ganz natürlich dazu ein, langsamer zu werden.
Viele Besucher erzählen uns, wie sehr sie dieser Teil des Parks überrascht. Er schafft eine im Var seltene, fast unerwartete Atmosphäre und zeigt, was die Zeit bewirken kann, wenn ein Garten beständig gepflegt wird.
Der mexikanische Bereich: markante Formen und Widerstandskraft
Der vor mehr als fünfzehn Jahren angelegte mexikanische Bereich zeigt Pflanzen aus trockenen und halbtrockenen Gebieten. Hier ersetzen oft Formen die spektakulären Blüten: kraftvolle Silhouetten, starre Blätter, skulpturale Volumen.
Zu sehen sind mehrere bemerkenswerte Yuccas:
- Yucca filifera
- Yucca rostrata
- Yucca elephantipes
- Yucca queretaroensis
- Yucca faxoniana
sowie mehrere Agaven, darunter:
- Agave ovatifolia
- Agave lophantha
Liebhaber schätzen diese Pflanzen für ihre einzigartige Architektur. Sie zeugen auch von genauem gärtnerischem Wissen: Manche Arten langfristig erfolgreich zu kultivieren, erfordert Verständnis für Drainage, Standort, langsames Wachstum und Anpassung an das örtliche Klima.
Ein Fenster zur australischen Flora
Der Garten beherbergt auch mehrere australische oder verwandte Arten, die der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt, für Liebhaber aber besonders interessant sind.
Darunter:
- Homalanthus populifolius
- Grevillea banksii
- Xanthorrhoea australis
- Hakea laurina
Diese Pflanzen eröffnen einen anderen Blick auf die Pflanzenwelt: ungewöhnliches Laub, originelle Wuchsformen, besondere Blüten und Anpassungsstrategien, die für australische Klimazonen typisch sind.
Ihre Anwesenheit zeigt den Anspruch des Gartens: sich nicht auf die häufigsten Arten zu beschränken, sondern eine reichere und neugierigere Entdeckung zu bieten.
Palmfarne und seltene Pflanzen
Der Park kultiviert auch Arten, die von erfahrenen Liebhabern geschätzt werden, wie Cycas panzhihuaensis, ein Palmfarn aus China, der wegen seiner relativen Winterhärte und seines botanischen Interesses sehr gefragt ist.
Diese Auswahl zeigt die Ausrichtung des Gartens: eine Sammlung, zusammengestellt von jemandem, der Pflanzen, ihre Geschichte, ihre Ansprüche und ihren gärtnerischen Wert wirklich kennt.
Die Mimosenzeit: ein Höhepunkt im Garten
Jeder Garten hat seine Höhepunkte. Hier prägt die Blüte zahlreicher Mimosen den Winter und das Ende des Winters.
Der Park kultiviert unter anderem:
- Acacia greggii
- Mimose ‘Maréchal Joffre’
- Acacia terminalis
- Acacia longifolia
Wenn diese Bäume blühen, verändert sich die Atmosphäre des Gartens. Leuchtendes Gelb kontrastiert mit dem Winterhimmel, Düfte liegen in der Luft, und die Besucher sind oft von der Fülle des Schauspiels beeindruckt.
Diese Zeit zeigt, dass ein mediterraner Garten auch in der kühlen Jahreszeit reizvoll sein kann.
Ein Garten für Kenner, offen für alle
Der Jardin zoologique tropical beruht auf einer einfachen Überzeugung: Ein anspruchsvoller Garten muss nicht elitär sein.
Botanikliebhaber finden hier:
- seltene Arten,
- ausgewachsene Exemplare,
- interessante Pflanzenkombinationen,
- durchdachte gärtnerische Entscheidungen.
Besucher ohne Fachkenntnisse finden:
- einen angenehmen Spaziergang,
- abwechslungsreiche Stimmungen,
- Schatten und Frische,
- eindrucksvolle Blüten,
- ein echtes Gefühl von Urlaub.
Gerade diese doppelte Lesart macht den Reichtum des Ortes aus.
Das Label „Jardin remarquable“: weit mehr als ein Titel
Die kürzliche Erneuerung des Labels „Jardin remarquable“ (Bemerkenswerter Garten) bestätigt die Qualität der geleisteten Arbeit.
Dieses Label zeichnet Gärten aus, die Folgendes bieten:
- echtes botanisches Interesse,
- landschaftliche Stimmigkeit,
- eine hochwertige Pflege,
- einen nachhaltigen Ansatz,
- einen kulturellen oder historischen Wert.
Für Besucher ist es ein verlässlicher Anhaltspunkt: Die Pflanzungen, die Sie entdecken, sind kein Zufall, sondern das Ergebnis eines ernsthaften Projekts und anerkannter Fachkenntnis.
Ein Garten, der sich ständig weiterentwickelt
Anders als eine feste Kulisse ist der Park ständig in Bewegung. Neue Pflanzungen bereichern regelmäßig die Sammlungen, verdichten bestimmte Szenen oder bereiten den Garten von morgen vor.
Diese Dynamik ist wesentlich. Ein lebendiger Garten ist nie fertig. Er wächst, verwandelt sich und überrascht immer wieder.
Genau das macht Lust auf einen weiteren Besuch: Ein Besuch im Frühling, im Sommer, im Winter oder einige Jahre später erzählt nie genau dieselbe Geschichte.
Warum unsere Pflanzen entdecken?
Den Jardin zoologique tropical wegen seiner Pflanzen zu besuchen, heißt zu entdecken:
- einen echten botanischen Garten statt einer bloßen Kulisse,
- Sammlungen, die über Jahrzehnte gewachsen sind,
- einen ausgewachsenen Bambushain,
- einen gut eingewachsenen Palmenhain,
- einen charaktervollen mexikanischen Bereich,
- eindrucksvolle Blüten,
- ein anerkanntes Label,
- die Arbeit eines leidenschaftlichen Botanikers.
Ein botanischer Spaziergang im Herzen des Var
In La Londe-les-Maures, zwischen Meer und Hügeln, bietet der Jardin zoologique tropical eine seltene Verbindung von botanischer Leidenschaft, gärtnerischem Anspruch und der Freude am Spazierengehen.
Ob erfahrener Pflanzenliebhaber, neugieriger Gärtner oder einfach auf der Suche nach einem besonderen Ort: Unsere Pflanzen gehören fest zum Parkerlebnis.
Der Garten erschließt sich langsam – an einer Wegbiegung, unter den Bambussen, zwischen den Palmen oder vor einer unerwarteten Blüte. Genau dort beginnt oft die Überraschung … und der Wunsch wiederzukommen.
Der YouTube-Kanal „Plantes du Zoo“
Unser Verantwortlicher für die botanische Sammlung, Jean-Michel DUPUYOO, zeigt auf dem YouTube-Kanal „Plantes du Zoo“ (auf Französisch) einen Blick hinter die Kulissen unserer Pflanzensammlungen: neue Arten, Blüten, Pflegetipps und Geschichten aus der Praxis. Diese Videos verlängern den Besuch und lassen Sie den botanischen Reichtum des Jardin zoologique tropical im Wandel der Jahreszeiten entdecken. Hier geht es zum Kanal: @plantesduzoo.
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